Interview: Was war, was wird – B2B Commerce Trends 2017

31 Jan

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Der Jahresauftakt ist stets auch die Zeit für Prognosen und Trends für das bevorstehende Jahr. Wir haben Ende des vergangenen Jahres in einer kleinen Umfrage einmal die Meinung unserer Kunden und Partner eingeholt und wollten wissen, was so ganz praktisch die Themen sind, die sie mit ihren Onlineshops und e-Commerce Aktivitäten 2017 angehen werden.

Die Ergebnisse unserer Umfrage decken sich durchaus mit den Trends, die auch andere für B2B e-Commerce 2017 ausgemacht haben. Neben Marketing Automation, Internationalisierung und Content Driven e-Commerce wird das Thema Personalisierung  2017 weiterhin im Fokus stehen. Im Hintergrund sind technisch komplexe Themen wie Machine Learning zur Auswertung großer Datenmengen und künstliche Intelligenz z.B. im Zusammenhang mit Service-Chats ein spannendes Feld, auf dem sich 2017 sicherlich einiges tun wird.

Wir haben uns im Haus einmal umgehört, was die einzelnen Abteilungen in ihren Bereichen als die Trendthemen sehen.

Frau Hentz, als CEO, Kundenberaterin und Projektmanagerin haben tagtäglich sowohl mit langjährigen Bestandskunden als auch mit Neukunden zu tun und beraten diese hinsichtlich der Umsetzung der e-Commerce Strategie. Was sind für Sie die wichtigsten Themen, die uns 2017 beschäftigen werden?

Ania Hentz (CEO): Für 2017 sehe ich personalisierte Kundenberatung in Onlineshops als ein sehr wichtiges Thema. Mit relativ einfachen Mitteln lassen sich z.B. spezielle Einstiegsseiten oder Service- und Angebotsbereiche wie „Mein Sortiment“ für den Kunden realisieren. Im fortgeschrittenen Segment sorgen spezielle Tools für eine regelbasierte und algorithmusgesteuerte Personalisierung (Predicitve Analytics). Auch im Newsletter Marketing wird noch stärker personalisiert – für B2B Kunden auf Basis von ERP- und CRM-Daten kombiniert mit Daten zum Kundenverhalten im Shop.

Ein Trend im B2B Commerce ist der Wunsch zu einem direkten Kundenkontakt vom B2B Händler oder Hersteller zum Endkunden. Hier sind intelligente Geschäftsmodelle gefragt, die Partner und Distributoren mit einbeziehen. Wir sehen eine Entwicklung weg von der Trennung von B2B- und B2C-Märkten hin zu dem was seit einiger Zeit unter dem Begriff B2One zusammengefasst wird. B2One steht für eine 1:1 Beziehung zwischen Herstellern und Kunden. Mit dem direkten Kundenfeedback können Großhändler und Hersteller besser auf die Kundenbedürfnisse reagieren. Der Shop der Zukunft erkennt den Kunden automatisch und spricht ihn gezielt in seiner Rolle als B2C oder B2B Kunde an.

Damit einhergehend nehmen die Themen Partnershops und Shop-in-Shop an Bedeutung zu: Ein B2B Betreiber stellt die technische Plattform als Marktplatz zur Verfügung, auf dem dann seine Händler, aber eben durchaus auch Mitbewerber aus der eigenen Branche ihre Produkte anbieten.

Und zu guter letzt geht es noch mehr als in den vergangenen Jahren darum, die bestehenden Modelle und Angebote permanent weiterzuentwickeln. Es muss fortwährend analysiert, optimiert und erweitert werden, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Herr Dege, aus Sicht des CTO und Softwarearchitekten, welchen B2B Trends sehen sie in diesem Jahr mit Spannung entgegen?

Frank Dege (CTO): 2017 wird insofern spannend für uns, weil wir mit unserer modernen technischen Plattform nun sehr gut neue Technologien integrieren können, was früher recht aufwändig war.

Besonderes spannend aus technischer Sicht sind Technologien wie progressive Web-Apps oder Single Page Applications. Auch wenn diese in 2017 noch keinen umfangreichen Einzug im Bereich e-Commerce halten werden: auf spezielle Use Cases ausgerichtete und nutzerfreundliche Anwendungen lassen sich damit sehr gut entwickeln, z.B. eine sehr schnelle und kompakte mobile Bestellanwendung mit direkter Scan-Funktion.

Im Bereich der neuen Technologie möchte ich besonders vue.js, einen sehr aktiven neuen Player auf dem Markt  der JavaScript Frameworks, hervorheben. Ich sehe hier eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz für Google und Facebook, die mit ihren eigenen Frameworks Angular und React bisher den Markt dominiert haben.

Damit einhergehend sehen wir den Trend zu so genannten „headless“ Systemen. Dies sind Systeme wie CMS oder Shops, die sich vollständig über z.B. REST APIs bedienen lassen. Das Konzept des „Headless CMS“ gibt es ja schon länger, künftig erwarte ich dies auch im Bereich eCommerce: Headless e-Commerce. Hier können wir dann einen der Vorteile von silver.eShop endlich voll ausspielen, denn eZ Platform als headless CMS ist ja integraler Bestandteil des Shops.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, ob diese technischen „Spielereien“, für die wir Informatiker uns begeistern können, auch in der B2B Welt sichtbar werden: Auf jeden Fall, denn sie werden den Benutzerkomfort stark verbessern und speziell im B2B Bereich Bestellungen vereinfach und beschleunigen.

Frau Schulz, Sie sind als Sales Managerin viel in den sozialen Netzwerken unterwegs und haben das Ohr an der Basis. Was sind Ihrer Meinung nach die Trendthemen, die für den B2B e-Commerce 2017 maßgeblich sein werden?

Claudia Schulz (Sales Managerin): In den Netzwerken und auch in den Newslettern wird besonders zu Beginn des Jahres viel über Trends im e-Commerce gesprochen. Hier geht es sehr häufig um B2C e-Commerce, allerdings sind viele der Themen auch für B2B relevant, wenn auch die Anforderungen im B2B etwas anders gelagert sind. Eines der häufigsten Schlagwörter ist das Thema Personalisierung bzw. personalisierte Einkaufserlebnisse. Dem Kunden sollen individuelle Inhalte angezeigt werden, basierend auf seinem Einkaufsverhalten und auf dem Einkaufsverhalten von Konsumenten mit ähnlichen Interessen. Aus dem privaten Bereich kennt man das, wenn einem Vorschläge angezeigt werden „Kunden die dieses Produkt kauften, interessierten sich auch für…“ oder auch „Wird oft zusammen gekauft mit…“. Auch im B2B sind diese Vorschlage durchaus sinnvoll. So können beispielsweise einem Kunden, der einen Scheinwerfer gekauft hat, die passenden Leuchtkörper dazu direkt mit angezeigt werden. Der Onlineshop übernimmt damit die Rolle des Außendienstlers oder Fachberaters, der eine umfassende Beratung zum Sortiment bieten kann. Mit der stetigen Weiterentwicklung von Technologien wie künstlicher Intelligenz und Machine Learning und der stärkeren Vernetzung der Verkaufschannels werden künftig individuelle Inhalte und Angebote immer treffsicherer und darüber hinaus auch noch automatisiert möglich. Bereits heute können virtuelle Assistenten wie Googles Alexa oder Apples Siri auf Zuruf Bestellungen tätigen und Vorschläge zum nächsten Onlineeinkauf unterbreiten. Das wird sicher noch spannend werden, gerade auch im B2B Bereich, wo eine durchgehende Digitalisierung aller Prozesse einen 360 Grad Blick auf die Kunden ermöglicht.

Ein etwas weniger futuristisches aber praktisch sehr wichtiges Thema ist der unaufhaltbare Trend zu immer mehr mobilen Geräten und der damit verbundenen Notwendigkeit, auch im B2B e-Commerce auf Mobile First zu setzen. Denn das Ziel sollte sein, sogar von der Baustelle aus über das Smartphone die fehlenden Bauteile schnell und bequem im Onlineshop nachbestellen zu können. Und wo man gerade auf der Baustelle ist, sollte die Plattform des Herstellers oder Großhändlers auch gleich die Explosionszeichnungen zu einem wichtigen Bauteil bereithalten und Zugriff auf Service- oder Wartungsverträge ermöglichen. Es geht hier um das Zusammenwachsen von Commerce, Technologie und Inhalten auf einer großen Plattform. Zukünftig werden meiner Meinung nach Onlineshops nicht mehr allein für sich stehen, sondern sollen intelligent mit der Website verknüpft sein und selbstverständlich in die bestehenden Business Prozesse integriert sein. Schlagwörter sind hier unter anderem Rollen- und Rechte-Verteilung, abgestimmte Workflow-Prozesse, Anbindung an OCI-Schnittstellen für das E-Procurement, etc.

Vielen Dank für den Ausblick auf die B2B e-Commerce Themen des Jahres 2017.

Three Questions for … // Impressions from the eCommerce Berlin Expo

24 Mai
e-Commerce Berlin Expo, photo: sekcjaspecjalna.pl

e-Commerce Berlin Expo, photo copyright: sekcjaspecjalna.pl

As a Berlin based company specialised in e-commerce software and projects we are keeping a close eye on e-commerce events in our own hometown. Back in April two of our colleagues have paid a visit to a relatively new event called „e-Commerce Berlin Expo“. This Expo is part of a network of events hosted in capital cities of Central and Eastern Europe. According to their website the organizers are hoping to provide a platform for networking and for sharing knowledge and business opportunities. We asked Lucas Dima, new member of our silver.eShop development team, and Frank Dege, CTO, for their impressions of the event.

In your opinion, what was the main focus of the Expo? Was it all about web shops or did it cover a broader spectrum?

Lucas: I got the impression that is was mostly companies from Eastern Europe presenting their software and services to either shop vendors and/or shop owners. The event was relatively small but the exhibitors covered a broad range of topics from server solutions over e-mail and payment solutions up to content services for shop owners, for example content creation, translations or product photography.

Frank: Yes, I second Lucas‘ impression. It was a platform for Eastern European companies to introduce their products and services to the German audience. I discovered a few interesting companies that I hadn’t heard of before, for example the company Marketizator. Marketizator is offering A/B testing, surveys and personalisation with the aim to increase conversions and this for a very competitive price. It sounded like an interesting option for shop owners to get a foot into this whole topic.

Did you attend any talks? What were the most interesting topics for you?

Lucas: There were three auditoriums with a variety of companies and speakers covering all kinds of e-commerce topics. I watched a few interesting product presentations and discovered a couple of new to me e-commerce companies. We had some interesting conversations with service providers, for example with MonkeyData, who are specialising in analytics of e-commerce data in the cloud. That sounded quite interesting and promising to me. Also the presention of OroCommerce was quite interesting because it shone a light on the general requirements for B2B Commerce.

Frank: For me the talk from Yoav Kutner, founder and CEO of OroCommerce was the most interesting. With OroCommerce the former founders of Magento eCommerce are working on delivering a B2B eCommerce platform. On the podium Kutner emphasized how B2B commerce is NOT B2C commerce and how using a B2C shop software to deliver a B2B shopping experience will most likely result in headaches on all sides. He specifically went into detail about the complex pricing logic for B2B customers (which we talked about extensively on the blog back in January / DE) where B2C shops fail on a regular basis. Other B2B requirements include catalogue segmentation or individual products, corporate accounts or sales staff functions. For me this was interesting because all the features that were mentioned – and where OroCommerce is still in the development stages – have been standard with our e-commerce solutions silver.eShop pretty much from day one and are used by many, many customers.

Another interesting talk came from the Otto Group, one of Germany’s leading e-Commerce players. They could not emphasize enough how important relevant and unique content is today to sell products. To actually make the most of the content you’ve so painstakingly created you need a powerful but flexible content storage. It really does not give you any advantage if all your product information is held in one big media container. To distribute your product data and content you need them more structured and in smaller pieces. Which is exactly what we do with our shop, thanks to eZ Enterprise. On their blog eZ explains the benefit of having structured content in your CMS.

Would you like to attend this event again next year?

Lucas: Yeah, it was overall an interesting event and I would like to go again next year, given the chance. I could also imagine for silver.solutions to submit a proposal for a talk for next year’s eCommerce Berlin Expo.

Frank: Even with our busy schedules this was a day well spent. So yes, I think we will keep an eye out for next year’s eCommerce Berlin Expo and see if we can drop in again.

Thank you both for finding the time and answering my questions.

Drei Fragen an… // Trends und Themen im B2B e-Commerce

3 Dez

ecommerce conference B2B Special

B2B Commerce ist in aller Munde und wird als einer der großen Potentialträger im Onlinehandel angesehen. silver.solutions weiß um die besonderen Anforderungen im B2B-Geschäft und hat bereits seit 15 Jahren eine standardisierte Lösung für B2B-Shops im Programm. Aber mittlerweile offerieren auch traditionell eher im B2C beheimatete Shopsysteme B2B-Erweiterungen und entsprechende Zusatzmodule. Es ist also eine Menge los in diesem Bereich. Wir haben unsere Vertriebskollegin Claudia Rührmund am 16. November nach Hamburg auf das „B2B Special“ der ecommerce conference geschickt um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, über aktuelle Trends und spannende Projekte im B2B e-Commerce.

Welches waren inhaltlich die interessantesten Themen, die Du aus den Vorträgen mitgenommen hast?

Für mich einer der interessantesten Beiträge war sicher ein Vortrag zum Thema Service im Business-to-Business e-Commerce. Ein optimal auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittener Service spielt im B2B Bereich eine wichtige Rolle, da sich der Händler damit von der Konkurrenz abheben kann. Im Vortrag wurden einige gute Anregungen in Sachen After Sales Service aufgezeigt. Mit entsprechenden Services kann der Hersteller bei Geschäftskunden punkten. Hier ein paar Beispiele erweiterter Service-Angebote, die mit Hilfe von Online-Lösungen besonders gut realisierbar sind:

  • Angebot von erweiterten Garantien oder Serviceverträgen direkt beim Kauf oder kurz danach
  • Servicepakete als eigenständige Produkte, z.B. Premium-Reparaturservice vor Ort, nur telefonischer/online Service, etc.
  • Übersicht über alle laufenden Garantien und Serviceverträge
  • Automatische Nachbestellung von Verbrauchsmaterialien oder Verschleißteilen (nach Ablauf der Garantie oder des Lebenszyklus)
  • Geräteverwaltung online – Welche Geräte wurden gekauft, mit hinterlegten Dokumenten dazu

Ob B2B oder B2C, e-Commerce ist e-Commerce. Oder doch nicht? Wie siehst Du das?

Die Antwort hierauf würde wahrscheinlich „Ja und Nein“ lauten. Die Erwartungshaltung der Nutzer im Bezug auf Onlineshops ist stark von den Erfahrungen mit privaten Online-Käufen geprägt. Verschiedene Vorträge waren sich daher einig darin, dass bestimmte Funktionen aus dem B2C-Commerce mittlerweile auch für B2B-Shops Pflicht sind, so z.B. eine eingängige Benutzerführung, eine sehr gute Suchfunktion mit Suchvorschlägen, Vergleichslisten und eine umfassende Bestellhistorie.

Dennoch wurden auch deutliche Unterschiede zwischen B2B- und B2C-Geschäft aufgezeigt. Meist bestehen zwischen Hersteller und Geschäftskunden Rahmenverträge und individuelle Preiskonditionen. Es ist also von vornherein schon eine höhere Kundentreue gegeben. Darüber hinaus sucht ein B2B-Nutzer/Einkäufer viel spezifischer, weiß in der Regel, was er will. Er braucht keine sogenannte Customer Journey, um per ‚Storytelling‘ (über eine gute Geschichte ein Produkt verkaufen) zu Spontankäufen angeregt zu werden. In der Regel sucht er den Onlineshop seines Händlers/Zulieferers auf, weil er etwas Bestimmtes braucht. An dieser Stelle müssen nun die passenden Möglichkeiten zur Verfügung stehen, damit jeder Geschäftskunde abgeholt wird. Für den einen ist ein Schnellbestellformular mit Eingabe und Echtzeitüberprüfung von Artikelnummern optimal. Andere Kunden werden über eine gute Suche und klare Navigation zum richtigen Produkt geführt.

Das A und O für einen erfolgreichen B2B-Shop sind und bleiben optimal aufbereitete und strukturierte Produktdaten. Ein zeitgemäßes Design ist natürlich heute ebenso Pflicht, aber letztendlich sticht im B2B-Bereich der Inhalt das Aussehen.

Was war für Dich die wichtigste Erkenntnis des Tages?

Der Logistik-Dienstleister UPS zeigte in einer aktuelle Studie zum Thema „Industrial Buying Dynamics“ noch einmal das riesige Potential im B2B Commerce. Aktuelle Zahlen gehen davon aus, dass der gesamte B2B Markt doppelt so groß ist wie der B2C Bereich, gleichzeitig ist jedoch erst ein Bruchteil dieses Marktes erschlossen. Als zweiten interessanten Aspekt habe ich mitgenommen, dass im B2B-Commerce das Sein (die Inhalte, die Produktdaten, die eigentlichen Funktionen) immer noch wichtiger als der Schein (das Webdesign, die Optik, die Effekte) ist.

Vielen Dank, Claudia, dass Du uns ein paar Deiner Eindrücke vom „B2B Special“ der eCommerce Conference vermittelt hast!

PS: Auch im nächsten Jahr wird es am 15. November in Hamburg wieder ein ecommerce conference B2B Special geben.

Beschreibe eZ Publish mit einem Wort

2 Sep

Also wenn ich eZ Publish in einen Wort beschreiben würde:

Mächtiggroßessupertollescontentmanagmentsystem

Okay, ich gebe zu, dass ich beim dem Wort etwas geschummelt habe 😉 So ein großes System wie eZ Publish lässt sich schwerlich mit einem Wort beschreiben.

eZ Systems hat Nutzern und Partnern auf der diesjährign eZ Konferenz in London die Frage gestellt: If you could describe eZ in one word what would it be? Schauen wir doch einfach mal, welche Antworten eingefangen wurden.